Handaufzucht - Die Schattenseite der Zucht

 

Sina hatte 6 Welpen auf normalem Wege zur Welt gebracht, da sie aber weiter presste ohne das ein Welpe kam, ist Jörg zum Tierarzt mit ihr gerast. Das Röntgenbild zeigte noch einen Welpen in der Gebärmutter.

Sofort wurde ein Kaiserschnitt gemacht und dabei festgestellt, dass der Welpe tot war und das nicht erst seit einem Tag.

Der Zersetzungsprozess hatte schon eingesetzt und die Gebärmutter angegriffen, also wurde Sina sofort kastriert und mit Antibiotika versorgt.

 

Den 6 lebenden Welpen ging es gut, nur hatte Sina kaum Milch, außerdem durften die Kleinen nach dem Kaiserschnitt nicht mehr trinken, weil die Gefahr infektiöser Milch im Raum stand, somit mussten wir die Welpen vom 1. Tag an mit der Flasche füttern.

Hätten wir diese dramatische Entwicklung der Geburt nur geahnt... selbstverständlich haben wir jedes geborene Baby wie immer sofort bei Mama angelegt, damit die Milchproduktion angeregt wird und das Baby ausreichend Kolostralmilch bekommt. Nun konnten wir nur hoffen, dass der verstorbene Welpe die Milch noch nicht verseucht hatte. Denn dann, so wussten wir, hätten wir einen harten Kampf vor uns.

 

Handaufzucht ist immer mit Risiken und Gefahren verbunden, da die künstliche Welpenmilch nicht die Nähr- und Abwehrstoffe hat, wie die echte Muttermilch. Außerdem kann es zu Unverträglichkeiten kommen, wie Verstopfung oder Durchfall. Des Weiteren kann es beim Saugen an der Milchflasche zum Verschlucken und damit auch zum Einatmen der Milch kommen. Hier ist eine Lungenentzündung dann die überaus wahrscheinliche Folge.

 

So hatten wir also nicht nur mit den "normalen" Risiken der Handaufzucht zu kämpfen, sondern eben auch mit den Vergiftungen unserer kleinen Engel durch ihren verstorbenen Bruder.

 

Wir haben wochenlang (zum Glück war Monja gerade ohne Arbeit!) in Schichten geschlafen, in Schichten geduscht, in Schichten gegessen... nicht eine einzige Sekunde haben wir unsere Babies aus den Augen gelassen. Wir wollten diese Zwerge durch kriegen! Und wir hatten ihnen versprochen, alles für sie zu tun!

Dennoch, für Hera, Hector und Haven hat unsere Kraft nicht ausgereicht. Den Kampf um ihre Leben haben wir verloren!

 

Wir trauern um unsere drei Engel!

Am Dienstag den 11.05. fing es an, Hera bekam Durchfall und wollte nicht mehr trinken. Wir haben täglich 24 Stunden um ihr Leben gebangt und gekämpft. Am Samstag den 15.05. haben wir den Kampf verloren.

Am Dienstag den 18.05. kam der nächste Schicksalsschlag, Hector ist gestorben. Die Ärzte in der Tierklinik Rendsburg haben alles versucht, doch es war zu spät. Er ist an einem Darmverschluß gestorben.

Am Donnerstagmorgen den 20.05. mussten wir den kleinen Haven mit Atembeschwerden in die Tierklinik bringen, wo eine Lungenentzündung diagnostiziert wurde, welche auf das Verschlucken beim Trinken zurückzuführen ist. Der kleine Mann ist nun leider heute morgen am 21.05. von uns gegangen.