Coco

Die Geschichte vom traurigen Clown "Coco"

 

Unsere Coco wurde am 16.06.2008 in Brandenburg geboren und heißt mit vollständigem Namen "Aika von der Bruchmühle".

 

Als sie alt genug war um auszuziehen, holten sie Jörg und seine damalige Ehefrau zu sich. Von Anfang an benötigte Coco sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit und war zeitweise mit dem Rudel etwas überfordert. Nach der Trennung von Jörg und seiner Ex-Frau (Jörg hatte damals, was die Hündinnen angeht, nur Coco, Sina und Naomi) musste Jörg Chester, seinen wunderschönen Zuchtrüden abgeben. Alleine ein Rudel mit geschlechtsreifen Hündinnen und einem potenten und erfahrenen Rüden zu halten, war für ihn gesundheitlich unmöglich. Chester zog so zu einer bekannten Züchterin.

 

Coco lebte auf. Sie musste die Aufmerksamkeit nur noch mit Sina und Naomi teilen. Als Monja hinzu kam, war Coco's kleine Welt fast perfekt. Sie und Monja verschmolzen zu einem eingeschworenen Sofa-Team. Der kleine hektische Wippsteert wurde ruhig und ausgeglichen.

Und wir hofften, sie käme nun einfach endlich in ein Alter, in dem das Vertrauen gefestigt ist und sie etwas ruhiger wird.

 

Dann wurde Sina kastriert und wir behielten Halo. Nun hatte Coco, die gewonnene Aufmerksamkeit schon wieder mit einem Wauwie mehr zu teilen - und dann auch noch einem Baby...

Isabeau wurde geboren und Frauchen bewegte Himmel und Hölle damit sie bleiben durfte. Isabeau blieb! Dann bekamen wir einen um Hilfe rufenden Anruf: Toffie muss ausziehen, ob wir sie aufnehmen können. Wir kannten Toffie und für uns war klar, dass diese traumhafte und liebevolle Hündin sofort zu uns muss. Und Coco geriet in Not um Zuwendung - so zumindest ihre Angst.

 

Wann immer sich jemand auf unseren Schoß schlich oder mit uns spielen wollte, Coco musste immer dabei sein. Und konnte sie nicht dabei sein, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen wie die anderen, dann musste sie es beenden. Da gab es für sie keine weitere Möglichkeit.

 

Man kann sich vorstellen, was Coco sich da für einen anstrengenden "Job" auserwählt hatte... ständig musste sie alles und jeden im Auge haben. Sie lief wie ein kleiner Dynamo den ganzen Tag auf Hochtouren.

 

Als Coco dann nach dem K-Wurf kastriert wurde, hofften wir, dass die Hormone mitarbeiten und sie vielleicht etwas entspannt.

Nun, die Hormone arbeiteten. Anscheinend aber nicht so, wie wir uns erhofft hatten. Coco wurde zum ersten Mal aggressiv gegenüber dem Rudel. Spielen oder Schmusen wurde nicht mehr einfach nur mit "dazwischen drängeln" beeinflusst, sondern es wurde aktiv gedroht und auch mal gebissen. Coco stand ständig unter Strom und wurde zusehends trauriger und unzufriedener.

 

Cocos Entwicklung beobachtend, hatten wir schon oft darüber gesprochen, ob sie im Rudel wirklich richtig ist und ob sie nicht irgendwo als Einzel- oder maximal Zweithund glücklicher wäre... aber Coco wirklich abgeben. Wir mochten beide gar nicht daran denken. Trotz allen Stresses - wir lieben diesen kleinen frechen Clown doch! Alle Versuche durch Übungen und positive Bestärkung etc die Stimmung im Rudel zu verbessern und Coco zu entspannen waren und blieben erfolglos.

 

Monja saß dann eines schönen Tages (mal wieder!) bei Ihrer Tätowiererin Lisa und wie Mädels so sind, wurden auch fleissig Probleme gewältzt und Träume geteilt.

Und da war's: Lisa erzählte wieder von ihrem großen Traum seit über 8 Jahren "Irgendwann mal einen Bully!!!" Aber die Kinder sind ja noch recht klein... Eigentlich wäre es doch perfekt, wenn sie vielleicht schon einen etwas erwachseneren Hund bekommen könnte, der die Baby- und Erziehungsphase schon hinter sich hat. Lisa und ihre tolle Familie und Coco?

Für Monja DIE perfekte Lösung... für Jörg fraglich, da er immer die Vorstellung hatte, Coco möge keine Katzen und Lisa hat ja nun mal zwei davon.

Aber Coco war nie wirklich aggressiv... körperliche Gewalt waren bei ihr bisher immer nur Ausdruck ihrer großen Frustation und Hilflosigkeit...

Wir dachten noch einige Wochen darüber nach... das war kurz vor Weihnachten 2011.

 

Im März 2012 hat Monja dann einfach zusammen mit Coco, Lisa und ihre Familie besucht. Im Gepäck ein Kuschelkörbchen, Futter für 3 Tage und vieles mehr. Sollten Familie und Wauwie sich verstehen und die Katzen noch nicht aufgefressen sein, dann sollte Coco dort einfach mal ein Probewochenende Urlaub machen. Die Zusammenführung Coco und Lisa lief himmlisch!

Auch die Zusammenführung von Coco mit den beiden Nachkommen und dem Freund von Lisa endete mit großer Liebe und Hoffnung... was passiert nun mit den Katzen und Coco?

Wir waren alle riesig gespannt endlich Cocos Reaktion zu sehen, wenn sie zum ersten Mal eine Katze sieht. Dies war die einzige Unsicherheit die noch zwischen Coco und dem Probewochenende bei ihrer eventuellen neuen Familie stand... Und was passierte? Nun, Katz kam und Coco stand wie angewurzelt da (äh, ok, nur eine Sekunde, denn die nächste wollte sie losstürmen...) und schien der Katze zuzurufen "Hey, Mann, wer bistn DUUU??? Haste Bock zu spielen???" Keinerlei Aggession. Nur reine Neugierde und so schnell wie möglich hinkommen, um an dem komischen "Bully" mal zu schnuppern.

 

Es stand fest! Coco macht Urlaub!

 

Und wie es in Geschichten immer so ist, gibt es ein gutes Ende und sie macht den "Urlaub" noch immer! Seit Coco bei Lisa einzog, hat sie sich zu einer traumhaften Bullydame entwickelt. Monja erkundigte sich regelmäßig nach neuen Entwicklungen, kleinen Malheuren und großen Erfolgen... Nach 4 Wochen dann der erste Besuch um sich alles mal vor Ort anzusehen.

Und sie fand eine zutiefst ausgeglichene, zufriedene, folgsame, liebevolle total veränderte Coco. Ihr ganzer Körper, ihr Gesicht hatten sich total gewandelt. Sicherlich freute sie sich Monja wiederzusehen... aber da war nicht mehr die verrückte Nudel, die an einem hochspringt und einem das Trommelfell zum Platzen bringt. Coco saß lieb im Flur und nachdem Monja im Haus war und sie von Lisa das "Go" bekommen hatte, lief sie hin und lies sich erstmal kraulen - während sie sich ohne zu springen am Boden stehend freute... Drogen? Beruhigungsmittel? Hund getauscht? ;-)

Nein, dies war einfach der lebende Beweis dafür, dass es manchmal total richtig ist, ein Tier abzugeben. Es aus einer Lebenssituation, die nicht zu ihm passt zu "befreien" und ihm verantwortungsvoll ein besseres Zuhause zu ermöglichen.

Coco ist glücklich! Monja sah Coco zum ersten Mal richtig glücklich und gelöst! Sie hatte IHRE eigene kleine Familie. Keine Hundekonkurrenz! Die Katzen dürfen mit ihr auf dem Sofa kuscheln und sie scheint keine Angst zu haben, dass die ihr ihren Platz streitig machen könnten. Ein wahres Happy End!

 

Coco bleibt in unserem Herzen und wir werden ihr Leben lang auf sie achten und für sie da sein! Aber sie gehörte offensichtlich nicht in unsere Familie... wir waren nicht gesund für sie!

Zum Glück ist ihre Welt jetzt viel schöner und bunter! Sie hat es so verdient! Coco macht keinen Urlaub mehr! Coco ist Zuhause!!!

 

 

"Coco" – Endlich im Glück!

 

Manchmal braucht das Leben, um einen ins endgültige Glück zu führen, noch einen Zwischenstopp. Bei Coco war es so.

 

Nach einigen, scheinbar zufriedenen Monaten bei Lisa und ihrer Familie begann Coco unsauber zu werden. Die Couch wurde zur Toilette auserkoren und darauf regelmäßig gepiescht, sobald Coco auch nur 10 Minuten alleine war. Eine physische Ursache wurde zweifelsfrei augeschlossen und die psychische leider zur Gewissheit.

 

Ohne hier den großen geschichtlichen Umweg zu wählen: es stellte sich heraus, dass Coco mit den Allensein, während Lisa im Studio arbeitet oder eben einkaufen geht, die Kids wegbringt, überhaupt nicht zurecht kommt.

 

Viele Diskussionen, Überlegungen und Tränen später stand dann fest, auch Lisa und ihre Familie können Cocos Anforderungen an eine lückenlose Rund-um-Betreuung nicht gerecht werden. Also suchten wir wieder nach einem neuen Heim.

 

Das Schicksal hatte schon einen Plan! Ich (Frauchen) glaube ja sehr fest an so etwas!

 

Durch einen tragischen Unfall verstarb ein „Welpe“ von uns. Ihre Familie konnte sich über viele Wochen, während aufwändiger Pflege- und Reha-Maßnahmen auf diese Eventualität vorbereiten und so trafen sie die Entscheidung, sie gehen zu lassen, zwar in tiefster Trauer, aber eben auch auf einer Basis der psychischen Vorbereitung. Und klar war: sie wollten nicht ohne Bully sein! Der freigewordene Platz in ihrem Leben, sollte einem anderen Bully vererbt werden.

 

Nahezu zeitgleich erfuhren wir von beiden Entscheidungen, dass unsere kranke Maus leider gestorben ist und dass unsere Coco leider ein neues Zuhause benötigt.

 

Jörg schlussfolgerte als Erster und erzählte den Eltern der verstorbenen Maus von Coco. Nach kurzer Zeit der Überlegung und Prüfung, ob die Bereitschaft wirklich schon so schnell da war, trafen sie sich mit mir bei Lisa und Coco. Lisa und ihre Familie und die eventuell neuen Eltern saßen zusammen, redeten, lernten sich kennen… Coco wäre in dieser Familie der konkurrenzlose Mittelpunkt! Keine Sekunde allein! Überall mit hin! Weiterhin mit Herzblut umsorgt, heiß geliebt und die Königin ihrer Welt!

 

Und Lisa entschied, dass Coco zu ihnen ziehen darf!

 

Die neue Familie, die alte Familie (Lisa) und die ganz alte Familie (wir) erfreuen sich nun laufend an den tollen Bildern all der spannenden Erlebnisse einer zutiefst zufriedenen Coco-Maus!

 

So sollte es sein!