Der Bullywelpe zieht ein

Die Entscheidung ist also getroffen und es soll ein kleiner Bully sein. Wenn Ihr das Glück habt, von Anfang an die Welpen begleiten zu können, dann nutzt das aus. Besucht den Zwerg so oft wie nur möglich. So wird er sich bis zum Auszug bereits an Euch gewöhnt haben und das Verlassen der Familie wird ihm hoffentlich nicht mehr ganz so schwer fallen.

 

Für die erste Zeit benötigt Ihr ein Bettchen, ein bis zwei Spielzeuge, einen Fressnapf und Wassernapf, evtl eine Transportbox vor allem für Autofahrten und ein kleines Geschirr mit Leine. Ein Geschirr ist immer einem Halsband vorzuziehen. Sollte der Hund mal ziehen, dann liegt die gesamte Last auf dem starken Brustbein. Bei einem Halsband liegt die Last immer auf der Halsmuskulatur und den Wirbeln. Dies kann einen Bandscheibenvorfall im Hals begünstigen. Auch entsteht immer wieder Druck auf den Kehlkopf des Hundes. Ich denke, es ist klar, dass dies für den Hund nicht angenehm und ungesund ist. In einem Geschirr hat man den Hund generell besser unter Kontrolle, jedoch sollte man darauf achten, dass es wirklich gut sitzt. Wir sind ganz begeistert von die Sulia Curli Geschirren, die wie eine Weste sind und im Rücken geschossen werden. Für unsere Hunde waren diese beim Tragen sofort angenehm und sie haben keine Chance auszubüchsen. Diese Geschirre sitzen auch genau so, wie sie sollen und garantieren, dass es keine Verspannungen gibt. Für Bullys sind sie wirklich perfekt!

 

Informiert Euch beim Züchter welches Futter der Welpe bekommt und wieviel Ihr anfangs am Tag geben sollt und was er empfiehlt, in welchen Schritten Ihr die Portionen erhöhen sollt. Besorgt Euch dann schon einmal einen kleinen Vorrat davon. Kauft keine zu große Einheit, wenn es Trockenfutter sein sollte. Wenn die Packung sehr lange geöffnet stehen bleibt, leidet die Qualität des Futters darunter. Lieber kleinere Einheiten kaufen oder die gesamte Packung in ein luftdicht verschliessbares Behältnis umfüllen.

 

Wenn Ihr ihn dann abholt ist die Versuchung zwar groß, ihn stolz allen zu zeigen, doch bitte verzichtet darauf zum Wohle des Welpen. Lasst ihm erst einmal zwei bis drei ganz ruhige Tage mit Euch allein um anzukommen. Und  bedenkt bitte auch immer, dass der Welpe, wenn Ihr ihn abholt, noch nicht komplett grundimmunisiert ist. Für gewöhnlich wird es bis zur zweiten Impfung, der vollendeten Grundimmunisierung also, noch 2-3 Wochen dauern. In der Zeit solltet Ihr den Kontakt zu anderen Tieren noch einschränken und auch mit ihm keine Hundauslaufflächen oder ähnliches besuchen. Der Welpe ist bis zur kompletten Grundimmunisierung noch der Gefahr von Staupe, Leptospirose und Hepatitis ausgesetzt und ein Welpe überlebt diese Krankheiten leider nur selten. Am größten ist die Gefahr von Staupe und Leptospirose in Wäldern. Lasst den Welpen dort nicht aus Pfützen trinken oder in stehenden Gewässern baden. Vorsicht ist hier ein Leben lang geboten, da die Leptospiroseimpfung zur Zeit nur maximal 4 Erreger abdeckt, in Deutschland derzeit aber etwa 10 verschiedene Leptospirenarten zu finden sind. Für die gefährlichsten jedoch, wird der Hund mit der Impfung immunisiert. Hat er die zweite Impfung hinter sich, könnt Ihr voll loslegen.

 

Besucht eine Welpenspielgruppe und vielleicht auch schon die ersten Welpenkurse in der Hundeschule. Ein häufiger, gesteuerter und kontrollierter, positiver Kontakt zu möglichst vielen verschiedenen Hunden sichert die zukünftige Verträglichkeit des Welpen. Und gerade der Kontakt zu gleichaltrigen aber auch älteren Hunden ist besonders wertvoll für sein Sozialverhalten und trainiert seine Fähigkeiten zur klaren Kommunikation.

Geht mit ihm in die Stadt, fahrt mit ihm mal Bus und Bahn. Er sollte so viel wie möglich an neuen Situationen erleben. In keiner Zeit wird sein Gehirn so aktiv sein, wie bis etwa zur 19. Lebenswoche. Und je mehr er in dieser Zeit erlebt, umso stressresistenter wird er später einmal sein. Achtet jedoch auf ein positives Erleben der neuen Situationen und überfordert ihn nicht. Generell sollten Spaziergänge nicht länger als 5 Minuten pro Lebensmonat dauern. Bei einem 4 Monate alten Bully also nur 20 Minuten. Diese Faustformel gibt es zum Schutz seiner Knorpel und Gelenke, die sich gerade in der Entwicklung befinden. Überbelastung oder Fehlbelastung im Welpenalter ist ursächlich für Gelenkschäden, Knorpelschäden und Verkalkungen u.a. in der Wirbelsäule. Dennoch sind Spaziergänge natürlich sehr wichtig für den Zwerg. Diese sollten möglichst auf festem Grund statt finden. Solltet Ihr mit ihm den Strand besuchen, dann tragt ihn bitte über das erste weiche Strandstück und lasst ihn erst in Nähe des Wassers laufen, wo der Untergrund fester ist. Und eine stressbelastete Situation, wie z.B. in der Innenstadt, mit vielen fremden Beinen die an ihm vorbei laufen oder an einer Hauptstrasse, sollte man langsam aufbauen. Setzt ihn dem nur 5 Minuten aus und geht dann ganz ruhig aus der Situation wieder heraus. Und von Mal zu Mal könnt Ihr ihm dann auch mehr zumuten.

 

Um noch mal kurz auf die Gelenke zurück zu kommen: auch regelmäßiges, tägliches Treppenlaufen solltet Ihr mit ihm meiden. Klar, er soll es lernen, aber dafür reicht es auch, wenn er ab und zu zwei bis drei Stufen rauf oder runter läuft. Wohnt Ihr in höherem Stockwerk, dann empfiehlt es sich, den Hund im ersten Lebensjahr konsequent hinunter zu tragen und mindestens das erste halbe Jahr auch hinauf zu tragen. Treppen steigen generell, nicht nur in jungem Alter sondern auch später, ist ein sehr unnatürlicher Bewegungsvorgang und es begünstigt Gelenkprobleme und Rückenprobleme. Leider in jedem Alter.

 

Um den Zwerg stubenrein zu bekommen, helft ihm zu vermeiden, dass er sein Geschäftchen drinnen erledigt. Versucht ihn immer im Blick zu haben. Rennt der Lütte scheinbar nach etwas suchend mit der Nase über den Boden, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er einen Platz sucht, an dem er sich lösen kann. Schnappt Euch den Zwerg sofort und ab mit ihm nach draussen. Keine langen Ankleideaktionen mehr oder ähnliches, denn sonst wird es für ihn zu spät sein. Junge Welpen haben nur sehr begrenzt Kontrolle über ihre Körperöffnungen und wenn sie mal müssen, dann müssen sie meist wirklich sofort. Passiert ihm drinnen ein Missgeschick, schimpft auf keinen Fall mit ihm. Er versteht nicht, dass er dies drinnen nicht darf und, wie eben schon gesagt, ist er so jung wirklich nur ganz begrenzt dazu in der Lage anzuhalten und abzuwarten. Manchmal geht es bei einem Welpen um Sekunden, wenn er z.B. in ein Spiel vertieft war oder geschlafen hat. Generell kann man sagen, dass er in der Anfangszeit immer kurz raus sollte, wenn er geschlafen hat und wenn er gegessen hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Haufen machen muss, ist am Höchsten nach dem Essen.

 

Wenn es sowas in Eurer Nähe gibt, dann gönnt Eurem Bully auch mal ein Bullytreffen. Klar kommt ein gut sozialisierter Bully mit (soweit die Sympathie gegeben ist) jedem Hund aus. Aber Ihr werdet erstaunt sein, wie ausgelassen Euer Bully mit anderen Bullys spielt. Bullys untereinander spielen einfach anders. Da wird gerempelt, in Beine und Lefzen gebissen, gegrummelt und gequieckt… es macht unheimlich Spaß Bullys unter sich beim Toben zu beobachten.

 

Mit Spaziergängen, Hundeschule, Zuhause trainieren, Bullytreffen, Spielgruppen und dem ganz normalen Alltagsbullywahnsinn werdet Ihr dann gut ausgelastet sein. Und eines Tages schaut Ihr auf Euer Bullybaby und fragt Euch, wann der auf einmal so erwachsen geworden ist.

 

Monja Balzer


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